versagende Spannungsbogen

Heute möchte ich Dich an einem anderen Element des Autorenlebens teilhaben lassen: Was passiert, wenn Du mitten im Schreiben feststellst, das Dein Buch so nicht funktionieren wird? Das Fundament nicht stimmt und der Spannungsbogen bricht?

Spannungsbogen überspannt?

Ich überarbeite gerade das zweite Buch der Trilogie, „Armatin – Die Auserwählten“ und bin an einem Punkt hinter der Hälfte angekommen, wo ein neuer Handlungsfaden in das Geschehen mit einfließen soll. Aber wie ich mich auch drehe und wende, General Yanshu, der bereits im ersten Buch eine Erwähnung hatte, wird einfach nicht gut genug eingeführt. Mit dem aktuellen Konzept geht es also nicht weiter und ich fühlte mich, als hätte man mir das Fundament unter meinem Haus weggezogen.

An dieser Stelle kann man aufgeben oder eine Lösung finden. Im ersten Moment habe ich mein ganzes Werk Infrage gestellt und mich zum wiederholten Male gefragt, wozu ich mir eigentlich die ganze Mühe mache. Es sind nicht vielel Leute, die meine Geschichten lesen – und noch viel weniger lesen meine Artikel wie diesen hier. Nur die Kurzgeschichten werden, da sie kostenlos sind, einigermaßen angenommen. In der Vergangenheit habe ich mich oft gefragt, ob ich mich nicht ausschließlich darauf verlegen soll. Ich hatte sogar schon überlegt, die Bücher aufzutrennen und in Form von Kurzgeschichten neu aufzulegen.

Ich habe mich aber schließlich dazu entschieden, den Spannungsbogen im ganzen Buch noch einmal zu aktualisieren und die Geschichte von Präsident Norman und General Yanshu viel früher einzuführen. Damit werde ich allem gerecht: Dem Leser, der nicht mehr wie bisher vor vollendete Tatsachen gestellt wird, die er nicht verstehen kann, Yanshu, der eine fachgerechte Einführung in die Geschichte erfährt und auch der Geschichte als solches, die ich jetzt plastischer und realistischer gestalten kann, ohne den ganzen Rahmen zu sprengen.

Und eine weitere Kurzgeschichte kommt dabei heraus: „Die Hintertür“, aber bis ich Dir die präsentieren kann, vergeht noch eine ganze Weile…

 

Das Märchen vom fertigen Buch

Aus dem Leben eines Indie Autoren

Du hast einen Fehler in einem Buch gefunden.

Indie Autor Mathias LeopoldEs ist eigentlich fast gar nichts, nur ein Wort, dass verwechselt wurde und das jetzt in Deinem Kopf steckt und einfach nicht mehr weg geht. Es ärgert Dich, denn es hat Dich aus Deinem Lesefluss gerissen und Du liest plötzlich nicht mehr nur die Geschichte, wie bisher, nein, Du suchst jetzt auch nach möglichen weiteren Fehlern; Du erwartest regelrecht in jedem neuen Satz eine neue Unaufmerksamkeit des Autors. Und wieder einmal fühlst Du Dich bestätigt: Indie Autoren taugen nichts. Oder der Verlag, der dieses Buch herausgebracht hat, hat schlampig gearbeitet. Es wirkt wie ein Verrat am Leser oder an der Geschichte. Oder im schlimmsten Fall beides! weiterlesen …