christliche Science-Fiction – geht das?

christliche Science-Fiction - geht das?

Christliche Science-Fiction scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Aus biblischer Sicht haben wir eine genaue Beschreibung der Endzeit, zu der sich das Schicksal der Welt erfüllt. Da ist für Christen auch wenig Interpretationsspielraum, weshalb viele Christen auch keinen Platz für SciFi sehen oder einfach kein Interesse daran haben. Natürlich ist innerhalb der biblischen Beschreibung noch Platz für einige technische Entwicklungen und geschichtliche Wendungen. Aber für Christen, die sich an die Bibel halten, ist der Weg und das Ziel zum Ende der Welt klar. Die einzige Variabel scheint die Zeit zu sein, bis die Ereignisse in der Offenbarung eintreten.

Ein Ausweg ist es, über eine andere Welt zu schreiben. Oder, wie in Fall von Armatin, sogar über ein anderes Universum. Der Denkansatz ist: Warum sollte Gott nur eine Welt gemacht haben, auf dem er sich intelligentes Leben erschaffen hat? Kann Gott nicht auch der Gott vieler Universen sein? In diesem Umfeld habe ich als Autor, eigene Lösungen zu erarbeiten, neue Geschichten und frei von historischem oder biblischem Kontext.

Aber warum ist es dann christliche Science-Fiction, wenn Jesus Christus darin keine Rolle spielt?

Für uns Christen ist Jesus der einzige Weg zur Versöhnung mit Gott, zur Vergebung der Sünden und zum Leben nach dem Tod. Die Buchreihe Finale – Die letzten Tage der Erde von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins ist eine Buchreihe, die die Endzeit der Menschen nach den Beschreibungen in der Offenbarung des Johannes erzählt. Sie zählt zu den Zukunftserzählungen, die sich auf das Kommen von Jesus Christus beziehen.
Auf anderen Welten könnte Gott aber einen anderen Ansatz wählen, um in Gemeinschaft mit seiner Schöpfung zu leben. Daraus entwickeln sich also nicht notwendigerweise Geschichten, die mit der Offenbarung im Einklang stehen müssen.

Eine solche Geschichte erzähle ich mit Armatin. Ich transportiere damit grundsätzlich christliche Werte und das Leitmotiv ist der tiefe Wunsch der Menschen (und aller anderen Spezies auch), mit ihrem Schöpfer im Einklang zu leben. Diese Werte findet man vor allem bei den „Einfachen Leuten“ im Buch, die sich in unserer Welt mit den Menschen vergleichen lassen, die die Liebe und Barmherzigkeit Gottes im Herzen tragen. Auch in meiner Geschichte lässt Gott den Menschen den freien Willen, es gibt Regeln, es gibt Sünde, es gibt Vergebung. Und es gibt auch einen Widersacher, der die Menschen und die anderen Spezies davon abbringen will, an Gott zu glauben und ihm die Ehre zu geben, was schließlich zum großen Konflikt am Ende von Die Bestimmung der Toach führt.

Ist das SciFi, auch wenn es nicht die Zukunft der Erde beschreibt? Ich würde sagen, ja! Denn neben der christlichen Botschaft kommt darin alles vor, was in eine gute Science-Fiction Geschichte gehört: Fremde Spezies, neue Technologien, weiterentwickelte Gesellschaften mit neuen, utopischen Lebenskonzepten und die Hoffnung auf ein gutes Ende!

Warum ich christliche SciFi schreibe

Als ich 2006 zum Glauben gekommen bin, steckte ich mit meiner Geschichte an einem toten Punkt. Ich hatte die ersten Strukturen für „Die Orlasier“ schon geschrieben, aber allen meinen Geschichten (auch die Nachfolger, die ich zu diesem Zeitpunkt schon geplant hatte) fehlte etwas Wesentliches: Die Botschaft und das Ziel. Da ich als frischer Christ mein Leben ändern wollte, Science-Fiction einen großen Teil darin einnahm, überlegte ich ernsthaft, meine Tätigkeit als Hobby-Autor einfach aufzugeben.

Im Gebet bot ich Gott an: „Wenn Du mit der Geschichte noch etwas anfangen kannst, nimm sie und mach etwas daraus. Andernfalls lösche ich alles und dann sag mir, was ich mit meiner Zeit sonst für Dich tun kann!“
Zwei Tage später hatte ich den heftigsten kreativen Schub bis dahin: Meine Geschichten bekamen eine Botschaft und ein Ziel, plötzlich schrieb ich christliche Science-Fiction.

Mit ist klar, dass ich vor allem mit Die Bestimmung der Toach, wenn der klare Bezug zu Gott nicht mehr zu leugnen ist, einen Teil meiner Leser vor den Kopf stoßen werde. Vermutlich wird die Hälfte meiner Leser danach keine Geschichte von mir mehr ansehen wollen. Aber ich hoffe, dass ich diese Leser trotzdem zum Nachdenken bewegen kann. Ich würde mich freuen, wenn ich meine Leser mit meinen Geschichten neugierig machen kann auf diesen Gott, der uns geschaffen hat. Dann haben meine Bücher ihr Ziel erreicht.

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