Nachrichten vom 5019-01-12

Mord an Bord der Pulsar?

Gestern wurde mein Sicherheitskommandant Zebron zu einem Todesfall in einem der beiden Sektoren der Orlasier gerufen. Zuerst sah alles nach einem Mord aus, aber Zebron kam recht schnell dahinter, dass es sich um einen tödlichen Unfall handelte. Wie sich herausgestellt hat, haben die orlasischen Wissenschaftler versucht, Gerät zu installieren, mit dem man die Pulsar von innen her abhören konnte. Die Orlasier streiten das alles ab und Admiral Nadmis hat mich angewiesen, den überlebenden Wissenschaftler wieder freizulassen, den Zebron unter Spionageverdacht festgenommen hatte. Trotzdem ist dieses Ereignis nicht zuträglich zum Vertrauen in die Orlasier. Ich habe Zebron angewiesen, die Orlasier diskret überwachen zu lassen.

Quelle: persönliches Logbuch von Norrak Mesch, Kapitän der Pulsar

Mord an Bord der Pulsar?

Dies ist wieder der Inhalt einer Kurzgeschichte, die ich hier wiedergebe. Ich habe – nachdem ich sie geschrieben habe – den Vorfall auch wieder im Buch untergebracht. Hier beleuchte ich ihn aus einer dritten Perspektive. Und mit neuen Konsequenzen.

Nachrichten vom 5019-01-09

Einsatzplanung mit Admiral Nadmis

Admiral Nadmis hat heute den beteiligten Kapitänen und Vize-Kapitänen die Mission in das verlorene Imperium der Orlasier vorgestellt. Ich glaube, heute haben zum ersten Mal alle die Tragweite der Mission begriffen, auf die wir uns begeben. Nach der allgemeinen Einleitung kam er zur Einsatzplanung der einzelnen Raumschiffe. Ich habe den Eindruck, er wollte die Pulsar gar nicht mit dabei haben: Das Schiff ist ihm zu groß und er sorgt sich um die Geheimhaltung.

Nadmis hat die Schiffe in kleinen Gruppen auf verschiedene Gebiete in einem Raumgebiet aufgeteilt, dass fast noch einmal so groß ist wie die aktuelle Gemeinschaft. Auch mit dieser Flotte werden wir es nicht schaffen, mehr als nur die wichtigsten Bereiche unter Augenschein zu nehmen – von einer umfassenden Erforschung einmal ganz abgesehen.
Die Pulsar hat Nadmis erst einmal nach Neuwasser geschickt, das ist die Kolonie der antiken Orlasier, die von Erral Derr gefunden wurde. Dort ist zur Zeit eine winzige Forschungsstation bestehend aus zwei orlasischen Schiffen unter dem Kommando von Kapitän Tetlar aktiv. Wir sollen ihre Ergebnisse bestätigen und den Rest des Planetens erforschen. Ich wünschte mir wirklich, die Pulsar hätte eine wichtigere Aufgabe in diesem Zusammenhang, wie zum Beispiel das alte Zentrum der orlasischen Zivilisation zu suchen. Dort werden wahrscheinlich die wichtigeren Erkenntnisse zu finden sein.

Außerdem hatte ich heute ein Wiedersehen mit Kapitänin Naï Migaschscher von der Karassan. Einst war sie meine Konkurrentin um die Stelle als Kapitän hier an Bord der Pulsar, jetzt ist sie auf einem winzigen Forschungsschiff gelandet, bei dem ich mich wundere, warum es an dieser Mission überhaupt teilnehmen soll. Vielleicht hat sie ja gute Freunde in hohen Positionen der Flotte. Aber so wie ich Admiral Nadmis verstanden habe, wird die Karassan ohnehin keine wichtige Rolle übernehmen.

Quelle: persönliches Logbuch von Norrak Mesch, Kapitän der Pulsar

Einsatzplanung mit Admiral Nadmis

Nein, Norrak Mesch nimmt seine ehemalige Kontrahentin Naï Migaschscher nicht ernst. Er sah nur, dass sie von der Jenna Madd, einem der besten Forschungsschiffe der Gemeinschaft, auf ein unbedeutendes, kleines Schiff wechselte. Mesch hörte von den Gerüchten über Migaschscher und ihrer drohenden Entlassung aus der Flotte, aber trotzdem hält er an der alten Rivalität fest.

Migaschscher, umgekehrt, hegt keine negativen Gefühle für den Kapitän der Pulsar. Sie hatte in den letzten Jahren genug mit sich selbst zu tun und hofft, jetzt wieder zu ihrer alten Stärke zurückzufinden. Sie ärgert sich nur über die Arroganz, mit der Mesch sie behandelt.

Diese Rivalität wird irgendwann im Buch Mesch & Migaschscher beleuchtet werden, wenn sich der Zyklus von neun Büchern im Jahr 5018 schließt.

Nachrichten vom 5018-15-15

Letztag 5018 und Vorbereitungen an Bord der Pulsar

Heute habe ich Akarisa in die Mission in das verlorene Imperium der Orlasier eingeweiht. Mein Vize-Kapitän hat so reagiert, wie ich es erwartet habe: Zuerst hat er – wie ich – die Mission hinterfragt, dann kam er zum Schluss, dass es die einzig sinnvolle Alternative ist, sie sofort zu beginnen.

In der Zwischenzeit habe ich mich mit weiteren Unterlagen befasst, die ich von Präsident Alimar zur Vorbereitung erhalten habe. Die Orlasier wissen schon seit mehr als zwei Jahren, dass sie einst ein gewaltiges Reich besessen haben müssen. Ich korrigiere mich: Wenige Orlasier wissen das. Und so, wie ich sie kenne, werden noch nicht einmal die Kapitäne der an der Mission beteiligten Schiffe wissen, auf was für eine Mission sie da eigentlich gehen werden. Ich frage mich wirklich, wie die Orlasier diese Mission geheim halten wollen. Alleine an Bord der Pulsar sind 18 Millionen Personen. Auch, wenn eine Kommunikationssperre verhängt wird, wird es schwierig werden, Sinn und Zweck unserer Mission zu verbergen.

In den letzten Wochen sind an verschiedenen stellen schon Teile der Flotte für die Mission zusammengezogen worden. Unsere Reise wird bei Armatin starten, wo wir am Zweitag eintreffen werden. Ausrüstung und Personal steht dort schon für uns bereit.

Heute ist Letztag 5018. Den Jahreswechsel begehe ich dieses Jahr wieder traditionell mit den Kommandanten und ihren Familien. Auch mir wird es schwerfallen, noch keinem meiner persönlichen Vertrauten von der anstehenden Mission zu erzählen.

Quelle: persönliches Logbuch von Norrak Mesch, Kapitän der Pulsar

Hinter den Kulissen ist zwischen der Entdeckung von Erral Derr im Jahr 5016 und dem Start der Mission jede Menge zwischen Präsident Alimar und Präsidentum Oosmar Yal passiert. Immer wieder drängten die Orlasier auf den schnellen Start der Mission, Alimar wollte aber erst einmal einen Konflikt zuende bringen, bevor er sich in das nächste ressourcenfressende Abenteuer stürzt. Um die Stabilität im Volk der Orlasier nicht zu gefährden (und die Macht des Prophetums zu erhalten) wurde eine allumfassende Geheimhaltung vereinbart. 

Nachrichten vom 5018-15-03

geheime Beauftragung für die Pulsar

Präsident Alimar hat sich heute bei mir gemeldet, auf einem speziell abgesicherten Kanal. Es ging um die nächste Mission für die Pulsar, die höchster Geheimhaltung unterliegt. Zur Zeit darf ich noch nicht mal meinen eigenen Vize-Kapitän mit einweihen.

Nach dem Jahreswechsel wird die Pulsar auf eine großangelegte Forschungsreise in ein bisher noch unerforschtes Raumgebiet hinter dem der Orlasier geschickt. Wir sollen dort mit den Orlasiern gemeinsam ein großes Raumgebiet sichern, bevor die Fenor darin Fuß fassen können. Er hat mir grob gesagt, wie groß das Gebiet sein soll: Es würde die Gemeinschaft fast verdoppeln, wenn wir es komplett übernehmen sollen. 

Ich habe den Präsidenten gefragt, wie er sich das denn vorstellt: Wir haben nach dem Krieg gegen die Trisol immer noch nicht genug Ressourcen, um unseren Alltag zu bewältigen, und dann will die Flotte für die Orlasier eine Anstrengung übernehmen, die ich nicht einmal in den besten Zeiten der Gemeinschaft gewagt hätte! Alimar hat mir aber klar gemacht, dass wir es uns auch nicht leisten können, wenn die Fenor das Gebiet übernehmen. Er deutete Technologien und Waffen an, die dort noch zu finden sein könnten. Die waren wohl auch für die Vernichtung einer früheren orlasischen Hochkultur verantwortlich.

Ich finde es immer noch unglaublich, dass wir nicht mehr über die Fenor wissen. Aber der Geheimdienst ist sich sicher, dass sie in das verlorene Imperium der Orlasier einmarschieren. Hoffen wir nur, dass wir bei den antiken Orlasiern schneller was finden, als die.

In den nächsten Tagen wird eine Flotte zusammengezogen, der die Pulsar angehören soll. Ich sorge in der Zwischenzeit dafür, dass alle Offiziere bereit für den nächsten Einsatz sind.

Quelle: persönliches Logbuch von Norrak Mesch, Kapitän der Pulsar

Kapitän Mesch kennt die Fenor bereits seit ihrem Angriff auf die Flottenwerften von Rossminterolta. Das er seinen Gegner nie wirklich kennenlernen konnte, irritierte ihn sehr. Er versteht zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht die volle Bedeutung der Mission, auf die er in wenigen Tagen gehen wird, aber als der loyale Soldat, der er ist, stellt er seine Befehle nicht infrage.

Der blinde Friseur

Der blinde Friseur - eine kostenlose SciFi Kurzgeschichte

Für Naï Migaschscher ist es vielleicht die letzte Gelegenheit, noch einmal nach Armatin zu kommen. Aber auch ihr Gast an Bord des Landungsbootes, der als „der blinde Friseur“ auch auf der Pulsar schon für Aufsehen gesorgt hat, sieht in der Reise seine letzte Chance, haarigen Angelegenheiten an Bord zu entgehen und auf der Heimatwelt der Menschen einen Neuanfang zu wagen. Unterwegs erzählt der Fluggast der Kapitänin der Pulsar seine Lebensgeschichte.

Schon lange wollte ich „Der blinde Friseur“ veröffentlichen, aber immer ist mir etwas dazwischen gekommen. Zum 30. Jubiläum von Armatin am 01.10.2018 hat es dann geklappt. Ziel der Geschichte ist es, die Wandlung von Oosmar Yal zu einem guten Ende zu bringen. Ursprünglich war die Geschichte ein Element aus Armatin – Die Auserwählten, ich habe die Szene aber herausgelöst und vollkommen neu gestaltet. Oosmar Yal wird auch nach Ende der Geschichte noch Jahrhunderte weiter leben und seine Erkenntnisse weiter in die Welt tragen.

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Wie immer findet ihr die Geschichte auf der Kurzgeschichtenseite oder hier:

Spezies: Orlasier

Die von Agcat stammenden Orlasier sind eine viergeschlechtliche, lebendgebärende Spezies. Neben den Agcat-Orlasiern existiert noch die Linie der Neuorlasier, die sich biologisch kaum unterscheiden und nur in der Soziologie Unterschiede aufweisen. Die Orlasier organisieren sich in Familienverbänden. Davon ausgenommen sind die Neutren, die sich nach dem Erwachsen werden von der Familie trennen und als Einzelgänger auftreten. Die Neutren beschützen und verwalten die Familien daraufhin auf staatlicher Ebene und gelten als das edelste unter den Geschlechtern. Alle Geschlechter haben eine Lebenserwartung von etwa 80 Jahren.

Orlasier haben einen birnenförmigen Rumpf. Am unteren Ende haben sie vier stämmige Beine, die jeweils in einem stumpfen Fuß mit vier Zehen enden. Zwischen den Beinen haben Sie die Öffnung für den Exodarm, den sie zur Nahrungsausnahme ausstülpen. Nach oben hin haben sie – dort, wo der Rumpf beginnt, schmaler zu werden – vier Tentakelarme, die sich am Ende jeweils einmal gabeln. Noch weiter oben haben sie zwei flache Schalltrichter, mit denen sie kommunizieren und sich im Raum orientieren können.

Orlasier kommunizieren im Ultraschallbereich auf der Basis von Akkorden. Ihre Sprache kann nur auf technischem Wege übersetzt werden. Sie selbst haben kaum fortschrittliche Technik entwickelt und griffen gerade erst selbst nach den Sternen, als die Gemeinschaft auf die in einem Feudalsystem organisierten Orlasier traf. Einzig auf dem Gebiet der Gentechnik sind die Orlasier so bewandert, dass sie einen wertvollen Beitrag zur Medizin jeder anderen Spezies leisten konnten und wirkungsvolle Maßnahmen zur Bekämpfung des Hungers in der Gemeinschaft bereitgestellt haben. Sie wirken im Alltag traditionalistisch, sind aber auf der anderen Seite auch leicht zu begeistern.

Referenzen

Armatin – Die Orlasier
Armatin – Die Auserwählten
Kurzgeschichte Für den demokratischen Wandel
Kurzgeschichte Ein Fall für Zebron
Kurzgeschichte Erral Derr

Mord an Bord der Pulsar? – Ein Fall für Zebron

Ein Fall für ZebronMit meiner zehnten Kurzgeschichte, „Ein Fall für Zebron„, begebe ich mich auf ein ganz neues Gebiet: Die Krimi-Kurzgeschichte!

Die Handlung spielt zur selben Zeit wie die neue Leseprobe, die ich zur Verfügung gestellt habe und ist daher eine tolle Ergänzung! Begleite den Sicherheitskommandanten der Pulsar, den Xoß Zebron, bei diesem ersten Raubmord an einem Besucher des gigantischen Schiffes.

pdfepubUnd jetzt viel Spaß mit der neuen Kurzgeschichte!

weitere Kurzgeschichten

Mit dieser Geschichte ich erst einmal die monatliche Reihe meiner Kurzgeschichten. Ich werde mich in Zukunft eher wieder auf meine Bücher konzentrieren. Sollten doch weitere Kurzgeschichten erscheinen, informiere ich Dich natürlich hier und auf Facebook!

 

Erral Derr geht ins Kloster

Erral DerrErral Derr ist ein orlasisches Neutrum und stammt von einer der neuen orlasischen Kolonien. Durch seine Initiative kam erst die ganze Geschichte mit dem verlorenen Imperium überhaupt ins Rollen: Seine Forschungsmission fand überraschender Weise eine Kolonie, die bereits vor Jahrtausenden von Orlasiern besiedelt worden ist. Das passt aber ganz und gar nicht zur aktuellen Geschichtsschreibung, und daher wird Erral Derr ins Kloster zitiert.

pdfepubDiese Kurzgeschichte bildete in einer früheren Version von Armatin – Die Orlasier den Prolog, der aber nicht mehr in das aktuelle Konzept passt. Trotzdem ist diese Geschichte als Einstieg in die Geschichte des Buches sehr gut geeignet und daher freue ich mich, sie Dir präsentieren zu können.